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Über den AK GrundlagenThemaDer AK beschäftigt sich mit Alternativen zur herrschenden neoliberalen Wirtschaftstheorie. Wir haben uns einen eigenen (vorläufigen) Standpunkt zu einer „anderen Globalisierung“ erarbeitet und setzen uns nun mit anderen kritischen Positionen auseinander, um die eigenen Vorstellungen weiterzuentwickeln.TreffenAn jedem 2. Mittwoch im Monat um 19.00 Uhr im EineWeltHausAnsprechpartner:J. Schemel und Raúl Claro, grundlagen@attac-m.org. Im Ko-Kreis: Raúl Claro.Abonnieren der Mailing-Liste des AK Grundlagen: Per mail an grundlagen@attac-m.org. Nächste TreffenMi, 14. Mai und Mi 11. Juni 2008: Raul Claro wird über das Buch "Kleine Geschichte des Neoliberalismus" (von David Hervey und Niels Kadritzke) sprechen. Wir wollen später an diesem Buch weiter arbeiten - Kapitel für Kapitel. Die Lektüre soll uns für unseren argumentativen Kampf gegen den unsere Gesellschaft zerstörenden Neoliberlismus Einsichten vermitteln von seinem Entstehen, seinen Wesensmerkmalen und seinen Methoden der Vernebelung und Indoktrination. Motto: Nur wer den Gegenspieler ganz durchschaut, ist ihm gewachsen.Wir werden unsere Themen immer auch vor dem Hintergrund unseres über Jahre hinweg erarbeiteten "Regionalisierungskonzepts" (siehe unser 70-Seiten-Papier "eine andere Globalisierung" auf der Website und das Buch von Gerd: "Der Freihandelskrieg") diskutieren, also nicht bei Adam und Eva anfangen, sondern fragen: lassen sich die Themen (die Ergebnisse unserer Diskussion darüber) als eine Ergänzung oder Konkretisierung unseres Konzepts verstehen oder stehen sie mit diesem in Widerspruch? Die Themen der letzten TreffenMi, 23. April 2008. Stefan Erhardt referierte über das Buch „Ökotopia“ (amerikanischer Autor: Callenbach) aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Das Werk wurde in Europa wesentlich mehr als in Amerika beachtet und hat damals die politischen Vorstellungen u.a. der Grünen beflügelt. Ökotopia ist der Entwurf einer auf Regionalisierung gerichteten Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung am Beispiel von Kalifornien, das sich – auf hohem technischen Niveau – von den USA losgelöst hat, um sich sozial gerecht und ökologisch nachhaltig entwickeln zu können. Diese im Detail beschriebene Fiktion schildert eine konkrete, vorstellbare Utopie. Wahrscheinlich ist sie auf längere Sicht realistischer als unser heutiges System mit seinem zerstörerischen Wachstumswahn und seiner sozialen Erosion. Ökotopia bietet überraschende Parallelen zu unserem Regionalisierungskonzept.Mi, 26. März 2008. Paul Kleiser referierte über den Marxismus im Hinblick auf „unser“ Regionalisierungskonzept. Die marxistische Theorie und die Vorstellungen von Paul, wie diese in Zeiten der Globalisierung in die Praxis umzusetzen sei, wurde zur Diskussion gestellt. Wie soll die Wirtschaft im Interesse der Bevölkerung geordnet und organisiert sein? Der Hauptunterschied der Meinungen lag in der Bewertung des Marktmechanismus: kann er über Angebot und Nachfrage (bzw. Preise) die Produktion und Verteilung der Waren so steuern, dass neben den Gewinninteressen der Kapitaleigner auch die Interessen der Bevölkerung hinreichende Geltung erlangen? Die notwendige politische Steuerung des Marktmechanismus beschränkt sich auf die Vorgabe von Rahmenbedingungen (z.B. Gesetzen), die Wirtschaftsunternehmen über ihre rein betriebswirtschaftliche Ausrichtung hinaus darauf verpflichten, auch dem Allgemeininteresse zu dienen. Paul plädierte für eine Planung von Produktion und Verteilung durch Gremien auf der Ebene von Betrieben, Kommunen und Regionen. Die Diskussion verlief kontrovers und freundlich. Mi, 13. Febr. 2008. Gerd Zeitler verglich systematisch sein eigenes Regionalisierungskonzept (beschrieben in seinem Buch „Der Freihandelskrieg“) mit dem von Christian Felber (Attac Österreich), das dieser in mehreren Büchern skizziert hat. Beide Autoren haben auch im Rahmen der Attac-Winterschule (München im Januar) ihre Konzepte dargestellt, jedoch zu oberflächlich, um die Unterschiede hinreichend deutlich erkennbar zu machen. Es wurde auch darüber diskutiert, ob eine (echte) sozial-ökologische Marktwirtschaft als „Kapitalismus“ bezeichnet werden darf und ob eine „antikapitalistische Wende“ als Voraussetzung für die von beiden Autoren angestrebte Regionalisierung anzusehen ist. Allzu oft wird das Wort „Kapitalismus“ unreflektiert mit „Marktwirtschaft“ gleichgesetzt, ohne zwischen unterschiedlichen Ausprägungen der Marktwirtschaft zu differenzieren. Eine „Marktwirtschaft“, die im neoliberalen Sinn alle politisch gesetzten Regeln abschüttelt und soziale wie ökologische Rahmenbedingungen ignoriert, ist archaisch (regellos) und kann als Kapitalismus bezeichnet werden. Eine „echte“ Marktwirtschaft setzt jedoch strikte Rahmenbedingungen zu Vermeidung von sozialen und ökologischen Kosten (die in der betriebswirtschaftlichen Bilanz nicht auftauchen). Mi, 16. Jan. 2008. Jochen Schemel hielt ein Einführungs-Statement zum Thema “Egoismus und Gewinnstreben: Motor oder Sand im Getriebe einer die Menschenrechte achtenden Gesellschaft?“. Ausgehend von dem bekannten Zitat von A. Smith „Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers und Bäckers erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern davon, dass sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Wir wenden uns nicht an ihre Menschen- sondern an ihre Eigenliebe“ wurde die folgende These diskutiert: „Der Egoismus als Triebfeder im Wirtschaftsleben ist so lange kein Problem, so lange durch ihn anderen Menschen nicht geschadet wird. Der Egoismus muss daher „gezähmt“ werden in der Weise, dass negative Auswirkungen des Gewinnstrebens durch geeignete Regeln abgeschwächt bzw. unterbunden werden. Ein Egoismus, der das Gemeinwohl befördert, kann nicht schlecht sein.“ Dass es in Zeiten der Globalisierung (bei weltweit offenen Märkten) immer unmöglicher wird, „geeignete Regeln“ durchzusetzen, ohne von den Unternehmen mit Abwanderung „bestraft“ zu werden, wurde in diesem Zusammenhang auch erwähnt. Mi, 12. Dez. 2007. Raul Claro ging der Frage nach: „Entwicklungsländer – brauchen die uns?“. Es ging darum, ob und inwieweit diese Länder auf die Hilfe (und damit zwangsläufig verbunden: auf die Einmischung) der reichen Industrieländer angewiesen sind und ob diese Hilfe nicht vielleicht das Gegenteil des Beabsichtigten bewirkt, z.B. die Stützung einer dort herrschenden Elite, von der die Bevölkerung ausgesaugt und erniedrigt wird. Statt von „Entwicklungsländern“ sprechen Politiker und Wissenschaftler heute eher von „Hoch-„ und „Niedriglohnländern. Wird „Entwicklung“ in der globalisierten Welt zu einer überholten Eigenschaft des Nordens bzw. zu einer illusorischen Zielvorstellung des Südens? Hier stellt sich die Frage, welche Rolle des Südens in der Weltwirtschaft spielen. Dabei ging es um den Außenhandel zwischen industriell weit und industriell schwach entwickelten Ländern. Die heute herrschenden Regeln dieses Güteraustausches bei weitgehend offenen Märkten (ohne schützende Zölle und Kontingente) sind gegen die Interessen der Bauern, Handwerker und Gewerbetreibenden in den Entwicklungsländern gerichtet, denn deren kleinteilige Wirtschaft wird durch die mit hohem Kapitaleinsatz hergestellten Massenimporte aus den Industrieländern kaputt gemacht. Es entwickeln sich kaum wichtige regionale Märkte, in denen die eigene Nachfrage und Kaufkraft die eigene Produktion voranbringen könnte. Sind die Wirtschaftskreisläufe zerstört, damit diese Länder als Absatzmärkte der Industrieländer funktionieren – mit der Folge von Not und Elend - , dann wirkt unser „Entwicklungshilfe“ nur als Augenwischerei. Mi, 14. November 2007. Angelika Heimerl hat über das Thema „Glücksforschung und Lebensqualität“ gesprochen und sich dabei auf die neuesten wissenschaftlichen Befunde gestützt. Es ist doch erstaunlich, wie viel Wohlbefinden von den materiellen Bedingungen abhängt (z.B. von den Voraussetzungen, am sozialen Leben teilnehmen zu können, oder: keine Angst vor sozialem Abstieg haben zu müssen) und wie sich das Glücklichsein auch unabhängig von diesen Bedingungen einstellen kann, sofern bestimmte elementare Bedürfnisse befriedigt werden können. Vieles hängt von unserer Einstellung zu den Dingen ab, wie schon die alten Griechen wussten. Wenn wir Anerkennung suchen aber nicht finden, dann liegt die Ursache sicher nicht darin, dass wir keine Statussymbolen und In-Klamotten aufweisen können, sondern an unserem etwas zu schwach entwickelten Selbstwertgefühl. Mi, 10. Oktober 2007. Gerd Zeitler sprach über sein Buch „Der Freihandelskrieg – von der neoliberalen zur zivilisierten Globalisierung“ (Eine Perspektive für Vollbeschäftigung). Dieses Buch vertieft, erweitert und konkretisiert die Vorstellungen und Vorschläge, die seit Jahren auch in unserem Grundlagenkreis unter der Bezeichnung „Regionalisierungskonzept“ besprochen und entwickelt werden (sieh Dokument: „Eine andere Globalisierung ist möglich...“). Entscheidend ist a) eine konsequente Befolgung des Subsidiaritätsprinzips (Verantwortung auf möglichst unterer Entscheidungsebene), wie es ursprünglich auch für die EU angedacht war und inzwischen nur noch auf dem Papier steht und b) die Zurückgewinnung des Primats der Politik über die Wirtschaft (Setzen verbindlicher Rahmenbedingungen, die soziale und ökologische Standards sichern, statt sie dem internationalen Wettbewerb preiszugeben). Außenhandel ja, aber nach demokratisch gesetzten Regeln und nicht nach den „Gesetzen“ offener Märkte, die das Gewinnstreben der Wirtschaftsunternehmen verabsolutieren und nicht mehr rückbinden an soziale und ökologische Belange des Gemeinwesens. Mi, 12. Sept. 2007. Jochen Schemel hat zum Thema "Der Staat und die Freiheit seiner Bürger" ein Statement mit Thesen vorgetragen. Die Einstellungen zum Staat schwanken z.B. zwischen der soziologischen Staatsidee Franz Oppenheimers (Der Staat sei seinem Wesen und Ursprung nach eine Einrichtung, „die von einer siegreichen Menschengruppe einer besiegten Menschengruppe aufgezwungen wurde mit dem einzigen Zwecke, die Herrschaft der ersten über die letzte zu regeln und gegen innere Aufstände und äußere Angriffe zu sichern.“) und der Idee von Max Weber, für den der moderne Staat gekennzeichnet ist durch „Territorialität, Gewaltmonopol, Fachbeamtentum und bürokratische Herrschaft“. Diese Form politischer Herrschaft hat sich spätestens seit der Epoche des Kolonialismus global verbreitet. Zusammenfassende These: Indem der einzelne Bürger an die geltenden Gesetze seines demokratischen Staates gebunden ist, entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen dem Herrschaftsanspruch des Staates und der individuellen Freiheit seiner Bürger. Dieses Spannungsverhältnis lässt sich nur konstruktiv bewältigen, indem die Bürger für Gesetze (Regeln) sorgen, die ihre Freiheit und Eigenverantwortlichkeit schützen und stärken. Die Freiheit des Staatsbürgers baut auf bürgerlichen Pflichten – auf dem Engagement der Zivilgesellschaft – auf.
Dokumente"Eine andere Globalisierung ist möglich - Selbstbestimmtes Wirtschaften in einer zusammenwachsenden Welt". Aus dem Themenbereich "Alternative Weltwirtschaftsordnung, AWWO". Ein Positionspapier des Arbeitskreises Grundlagen bei attac München. (pdf-Datei, 54 Seiten, 506 kByte.) Autor: Gerd Zeitler. Oktober 2004 (reloaded Aug. 2007)."Das Grundrecht auf Teilnahme und Teilhabe am Wirtschaftsleben" oder "Anleitung zur Vollbeschäftigung. Die neoliberalen Irrtümer und ihre Überwindung. Der neoliberale Teufelskreis. (Vortragsfolien, pdf-Datei, 23 Seiten, ca. 100 kByte.) Autor: Gerd Zeitler. Vortrag gehalten am 7.12.05 auf dem Treffen des AK Grundlagen im EWH. "David Ricardo: Kronzeuge der Anklage gegen den neoliberalen Freihandel. Der komparative Vorteil: Zentrales Element einer zukunftsfähigen Globalisierung". (Vortragsfolien, pdf-Datei, 9 Seiten, 26 kByte.) Autor: Gerd Zeitler. Vortrag gehalten am 4.1.06 auf dem Treffen des AK Grundlagen im EWH. Erstellt von: Hagen, letzte Änderung: Samstag, 17. Mai 2008 [12:51:00 UTC] von walterfuchsattac | Impressum / Copyright
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