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Attac-Protestaktion bei der Basic-Hauptversammlung am 3.8.2007
Themenkategorie: Attac München
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Berichte und Fotos von der Protestaktion bei Basic am 3.8.2007

Infos zur Kampagne: www.attac-muenchen.org/seiten/Basic-Lidl

Unsere Pressemeldung zur Aktion

Pressemeldung von Attac München, 3.8.2007

= Attac-Aktion bei der Basic-Hauptversammlung in München
= Noch keine Entscheidung über Beteiligungsverhältnisse bei Basic

Weitere Berichte und Fotos im Netz: www.attac-muenchen.org/Basic-Lidl-Protestaktion

Mit einer Überraschungsaktion traten AktivistInnen der Attac-Ortsgruppe München am Freitag, 3.8. am Rande der Hauptversammlung der Basic AG in München auf. Der Protest richtete sich gegen die Pläne der Geschäftsführung, die Expansionsstrategie des zweitgrößten deutschen Bio-Einzelhändlers durch eine Mehrheitsbeteiligung der Lidl & Schwarz Gruppe an Basic zu finanzieren. Die Globalisierungskritiker befürchten, daß der von den Discountern betriebene Dumping-Wettbewerb im Einzelhandel auch auf die Bio-Branche übergreifen könnte.

Bei der kurzfristig angesetzten Aktion vor der Basic-Firmenzentrale in der Richard-Strauss-Str. versuchten die AktivistInnen, den Basic-Vorständen Unterschriftenlisten und Protestmails zu übergeben. Bereits einen Tag nach dem Start der Protestkampagne waren 250 Unterschriften gegen den Einstieg von Lidl bei Basic eingegangen. Das Basic-Management war jedoch weder zu einem Gespräch mit den KritikerInnen noch zu einer Stellungnahme gegenüber der anwesenden Presse bereit.

Die Attac-Mitglieder postierten sich anschließend vor der Basic-Filiale im selben Gebäude, informierten die KundInnen mit Flugblättern über die Protestaktion und sammelten weitere Unterschriften. Der anwesend taz-Berichterstatter notierte: "Bei der Protestaktion äußerte jeder der befragten Kunden scharfe Kritik an der Übernahme. 'Entweder Bio oder Lidl', sagte etwa eine ältere Dame." Im Verlauf der Aktion wurden außerdem Basic-Werbeflächen mit Lidl-Einkaufstüten und einem großen Attac-Banner überklebt, auf dem der Slogan "Die Welt ist keine Ware" zu lesen war. Die gesamte Aktion wurde durchgehend von zehn Staatsschutzbeamten beobachtet und gefilmt.

Im Anschluß an die Hauptversammlung meldete die Basic AG, daß dort "noch keine Entscheidung hinsichtlich der zukünftigen Beteiligungs-Verhältnisse bei basic" gefallen und "der Einstieg der Schwarz-Gruppe unter den Aktionären kontrovers diskutiert" worden sei. Laut ddp wurde der Basic-Vorstand auf der Sitzung nicht entlastet.

Kontakt:
Hagen Pfaff
Attac München
basic-lidl@attac-m.org
Tel. (089) 30 66 78 32 / 0175 780 26 90

Aktionsbericht von Luise Rauschmayer

"Lidl kommt nicht in die Tüte!"

Direkt an die Hauptversammlung der Basic AG wollte attac München am Freitag Unterschriften gegen eine Beteiligung von Lidl übergeben. Innerhalb eines Tages waren ca. 200 gesammelt worden. Doch die Zentrale der Bio-Supermarktkette Basic hatte sich verrammelt: niemand war zu sprechen, kein Basic-Vertreter, keine Vertreterin zeigte sich, sogar der Empfangsbereich hinter der verschlossenen gläsernen Eingangstür leerte sich. Nur eine Gummibärchen-Armada umflog AktivistInnen und zahlreiche PressevertreterInnen, war dann ebenso schnell wieder verschwunden wie erschienen. Sogar Polizei und Staatsschutz (Politische Polizei), die mit zehn BeamtInnen, darunter einigen in zivil, erschienen waren, zeigten sich sehr verwundert über das Mauern der Basic AG.

Um das Warten auf eine endliche Kontaktaufnahme der Basic AG zu überbrücken, führten die anwesenden Journalisten Interviews mit den wenigen Kundinnen. Alle Befragten lehnten einen Einstieg von Lidl ab und erklärten: "Dann muß man jetzt wohl woanders einkaufen!" Einige hatten alternative Adressen schon parat, andere müßten sich erst neu orientieren. Beschäftigte von Lidl mochten sich nicht äußern - was das Interesse der MedienvertreterInnen für ihre Arbeitsbedingungen in dem tarif- und betriebsratsfreien Betrieb mit 40-Stunden-Woche eher noch erhöhte.

Für einen so großen Supermarkt waren viel zu wenige KundInnen da - die jedoch gerne die Flugblätter von attac in Empfang nahmen und gegen Lidl unterschrieben. Die AktivistInnen klebten zur Freude der Pressefotografen Lidl-Einkaufstüten an die Fahrradständer über das "Basic"-Signet und spannten ein attac-Transparent "Die Welt ist keine Ware!" zwischen eine Säule und die Einkaufswagen-Garage. Nun dauerte es auf einmal nicht mehr lange, bis doch eine Basic-Vertreterin kam und deren Beseitigung forderte. Gegen auf den Bürgersteig geklebte Tüten könne man allerdings nicht einschreiten, mußte sie sich von der Polizei erklären lassen. Erst mühsam belehrt durch die Polizei, erst in den allerletzten Minuten der mehrstündigen Aktion machte sie schließlich doch noch ein gequältes Gesprächsangebot an attac - das deren Pressesprecher nunmehr reserviert aufnahm.

Je nach den Ergebnissen der heutigen Basic Hauptversammlung wird man Lidl-Basic Collagen und farblich passende attac-Banner wohl noch öfter in den Zeitungen sehen. Attac und den vielen, die gegen einen Einstieg von Lidl auftreten, geht es um eine nachhaltige und ökologische Wirtschaftsweise - wohingegen Lidl exemplarisch für Preis-, Umwelt- und Sozialdumping stehe.

Aktuelle Information zur attac-Kampagne: www.attac-muenchen.org/seiten/Basic-Lidl

Pressemeldungen

Bericht der taz

Fotos von der Aktion

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Bilder von Andreas Bock und Hagen Pfaff. Keine kommerzielle Verwendung, siehe Copyright.
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Erstellt von: Hagen, letzte Änderung: Samstag, 08. September 2007 [18:42:17 UTC] von Hagen | Impressum / Copyright