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Herbstschule 2005-Programm

attac-muenchen.org
münchen
Programm der Herbstschule 2005 von Attac München
Themenkategorie: Attac München
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Programm unserer Herbstschule 2005, erhältlich auch als Druckversion (PDF, 93 KB)

Attac München lädt ein zur

Kleinen Herbstschule

Samstag, 15.10. und Sonntag, 16.10.2005

EineWeltHaus München, Schwanthalerstraße 80, U4/U5 Theresienwiese


Kontakt und Anmeldung:
schule@attac-m.org • Sue Dürr, Telefon: (089) 322 66 64
Zur Deckung unserer Unkosten (Fahrtkosten, Raummieten) freuen wir uns über eine freiwillige Spende (Richtsatz je nach Möglichkeit 5 - 20 €).

Geplanter Ablauf

Samstag 15. Oktober

10:00-11:00
Ankommen / Vorstellung der ReferentInnen
11:00-13:00



Porto Alegre - von der Parteiendemokratie zur direkten Demokratie (Arbeitskreis gesellschaftliche Alternativen) (PDF, 572 KB und Anlage PDF, 558 KB)
Moderationstraining Block 1 (Jutta Sundermann) (PowerPoint, 1.841 KB)
Nach dem Scheitern des EU-Verfassungsvertrags - wie geht es weiter? (Stefan Hügel) (PDF, 904 KB)
13:00-14:30
Mittagspause
14:30-16:30


Leere Kassen, Volle Kassen. Eine andere Steuerpolitik finanziert den Sozialstaat (Dr. Corell Wex)
Moderationstraining Block 2 (Jutta Sundermann)
Grenzenlos billig? Globalisierung und Discountierung im Einzelhandel (Sarah Bormann)
16:30-17:00
Kaffeepause
17:00-19:00


Bedingungsloses Grundeinkommen (Kurt Haymann)
Lokalisierung/Regionalisierung - als die bessere, "andere" Globalisierung? (Raul Claro)
Wem gehört das Wissen in der Wissensgesellschaft ? Zum Umgang mit der elementaren Ressource Wissen (Stefan Hügel / Christof Weisenbacher) (PDF, 904 KB)
19:00-23:00
Vernetzungstreff mit den oberbayrischen ATTAC-Gruppen

Sonntag 16. Oktober

11:00-13:00


Vorstellung der LIDL-Kampagne Aktionsworkshop (Jutta Sundermann)
Militarisierung Europas & Alternativen dazu (Franz Iberl)
"Fließendes Geld für eine Fairconomy" (Prof. Dr. Dr. Berger) (PDF, 32 KB)
13:00-14:00
Mittagspause
14:00-16:00


Venezuela - eine Revolution der besonderen Art (Renate Börger)
Herbert Marcuse - der eindimensionale Mensch (Stefan Hügel) (PDF, 554 KB)
Sozialsysteme unter Veränderungsdruck - Inhalte und Handlungsperspektiven (AK Arbeit und soziale Sicherungssysteme)
16:00-17:00
Abschlussrunde


Veranstaltungsprogramm

Bedingungsloses Grundeinkommen (Kurt Haymann)

Die Zeit der Erwerbs-Vollbeschäftigung ist vorbei und wird auch nicht wiederkehren. Insbesondere dann, wenn wir die derzeit gängigen Forderungen nach mehr Wachstum kritisch hinterfragen, erscheint sie auch nicht mehr sinnvoll, sondern im höchsten Maße problematisch. Die vorhandene Erwerbsarbeit wird also umverteilt werden müssen. Eine spannende und sicherlich kontroverse Diskussionen auslösende Möglichkeit dies zu tun ist der Einstieg in die Trennung von Erwerbsarbeit und Einkommen durch ein "bedingungsloses Grundeinkommen". Welche Überlegungen hinter diesem Konzept stehen und wie ein solches "bedingungsloses Grundeinkommen" verwirklichbar wäre, wird Gegenstand des Seminars sein.

Venzuela - eine Revolution der besonderen Art (Renate Börger)

Es sind hoffnungsvolle und aufregende Entwicklungen, die von Venezuela ausgehen: eine wirklich volksdiskutierte Verfassung, eine wirklich gut durchdachte Landreform, Frauenförderung, Bildungsförderung, wirkliche Perspektiven für die Jugend und die heimische Volkswirtschaft, eine selbstbewusste und ungewöhnliche Ölpolitik (Geteiltes Öl für die Bruderländer!), eine selbstbewusste Verbündungspolitik in Lateinamerika gegen US-Freihandelsinteressen. Ein Bericht vom aktuellen Stand.

Herbert Marcuse - Der eindimensionale Mensch (Stefan Hügel)

Der Philosoph Herbert Marcuse war Vertreter der Frankfurter Schule und übte als einer ihrer führenden Intellektuellen starken Einfluss auf die Studierendenbewegung von 1968 aus. In seinem Buch "Der eindimensionale Mensch" zeichnete er ein pessimistisches Bild der fortgeschrittenen Industriegesellschaft. Obwohl die (geistigen und materiellen) Fähigkeiten der Gesellschaft so groß sind wie nie zuvor, verhindert die ständige Bedrohung von außen die Reflexion und grundsätzliche Kritik der gesellschaftlichen Probleme. Den Menschen in dieser Gesellschaft sieht Marcuse als manipuliert und nicht in der Lage, seine wahren Bedürfnisse zu erkennen. In dem Workshop soll der Inhalt des "Eindimensionalen Menschen" dargestellt und davon ausgehend diskutiert werden, welche Anstöße uns die Gesellschaftskritik von Marcuse heute noch geben kann.

Militarisierung Europas und Alternativen dazu (Franz Iberl)

Attac war von Anfang an eine wichtige Stärkung für die Friedensbewegung, deshalb darf dieser Punkt bei der Attac-Schule nicht fehlen: Eine Einführung in die Argumente der Friedensarbeit am Beispiel Europa. Die EU-Verfassung soll die Militarisierung unumkehrbar machen, vieles passiert bereits jetzt hinter dem Rücken der Öffentlichkeit.

Wem gehört das Wissen in der Wissensgesellschaft? Zum Umgang mit der elementaren Ressource Wissen (S. Hügel / C. Weisenbacher)

Durch die fortschreitende Technologisierung gewinnt die Ressource Wissen immer mehr an Bedeutung. Die zunehmende Kommerzialisierung und Ökonomisierung von Wissen ist längst Realität. Informationen und Wissen sind in der Wissensgesellschaft zum Wettbewerbsfaktor geworden. Demgegenüber stehen Gegenbewegungen wie die "Creative Commons", die Wissen als Allgemeingut begreifen, und den freien Zugang zu Information und Wissen für alle Menschen fordern. Der Workshop will die Bedeutung von Wissen in der heutigen Wissensgesellschaft aufzeigen und aktuelle Entwicklungstendenzen darstellen.

Leere Kassen, Volle Kassen. Eine andere Steuerpolitik finanziert den Sozialstaat (Dr. Corell Wex)

Derzeit verbreitet eine große Koalition fast aller Parteien die Mär von den leeren Kassen der öffentlichen Hand. Der Sozialstaat sei nicht mehr finanzierbar. In Wirklichkeit will ihn niemand mehr finanzieren. Geld ist genug da, wie die Reichtumsverteilung zeigt. Eine unsoziale Steuer- und Finanzpolitik hat aber dazu geführt, dass die Kassen leer sind, und die Taschen der Reichen voll. Corell Wex zeigt, dass anhand der Solidarischen Einfachsteuer von Attac und eigener Überlegungen Umsteuern möglich und notwendig ist, wenn man volle Kassen für den Ausbau des Sozialstaats möchte.


Porto Alegre auf dem Wege von der Parteiendemokratie zur Direkten Demokratie (Arbeitskreis gesellschaftliche Alternativen)

Unsere Ausgangsthese ist: Das neue Delegiertenparlament von unten arbeitet erfolgreich im Dienste der Bürger, während das Parteienparlament im Dienste seiner Klientel zunehmend an Legitimation verliert. Folgende Fragen wollen wir diskutieren: Wie funktioniert Direkte Demokratie in Porto Alegre und was ermöglicht sie? Was verhindert Direkte Demokratie in der BRD und der EU? Wie funktioniert Wirtschaftspolitik in Porto Alegre?

Crash-Kurs Moderationstraining (Jutta Sundermann)

Die Arbeit in der Attac-Gruppe macht richtig Spaß wenn jedeR das einbringt, was er mag und kann, wenn es bei Entscheidungsfindungen fair und gemeinsam konstruktiv zugeht. Das sind viele Anforderungen an eine Gruppe. Eine Hilfe dabei, möglichst viel davon auch zu realisieren, bietet die Moderation von Gruppentreffen. Ein Schnupperkurs für alle, die sich Gedanken über die Gestaltung von guten Treffen machen. Mit Ausprobierübungen und Hintergrund-Theorie.

Nach dem Scheitern des EU-Verfassungsvertrags - wie geht es weiter? (Stefan Hügel)

Nach dem Scheitern des EU-Verfassungsvertrags müssen die Bürger Europas ihre Zukunft wieder selbst in die Hand nehmen. Dazu wollen wir regionale Foren schaffen, in denen europaweit gemeinsame Entwürfe für die Zukunft Europas entwickelt werden. Ziel ist es, eine Strategie für Europa als Alternative zur neoliberalen Strategie von Lissabon zu entwickeln. Der Workshop wendet sich an alle, die sich für den Prozess eines "Europa von unten" interessieren. Wir berichten über den aktuellen Stand der Verfassungsdebatte und setzen uns mit den wichtigen Themen inhaltlich auseinander.

Grenzenlos billig? Globalisierung und Discountierung im Einzelhandel (Sarah Bormann / Jutta Sundermann)

Hauptsache billig, denken viele VerbraucherInnen und gehen zum Discounter. Hauptsache billig, denken die Discounter und meinen damit ihre MitarbeiterInnen. Die Einzelhandelsunternehmen sparen jedoch nicht nur an den eigenen Beschäftigten, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Worin liegen die Ursachen für die "neue Macht" der Einzelhandelsunternehmen? Welche Alternativen und Handlungsmöglichkeiten gibt es?

"Lokalisierung/Regionalisierung" als die bessere, "andere" Globalisierung? (Raul Claro)

Auch innerhalb von Attac - und durchaus kontrovers - setzt sich eine Denkrichtung fort, die sich eine friedliche, menschenwürdige Weltgesellschaft nur vorstellen kann, wenn vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht die Betonung wieder auf lokale Kreisläufe (lokale Produktion, lokalen Konsum, lokale politische Entscheidungen) gelegt wird. Nach einer Beschreibung und Begründung dieser Position werden einige Autoren zu diesem Thema besprochen.

Fließendes Geld für eine Fairconomy (Prof. Dr. Dr. Berger)

Ein von Zins und vor allem Zinseszins befreites Geld wäre eine wesentliche Voraussetzung für eine faire Wirtschaft mit qualitativem Wachstum ohne Kapitalwucherungen und ihre typischen Krisen auf dem Welt- und Finanzmarkt. Wie anders wäre ein solches "fließendes Geld"? Könnte es eine nicht-kapitalistische Marktwirtschaft einleiten? Was ist mit anderen Ausbeutungsfaktoren? Der Ökonom und Philosoph Professor Dr. Dr. Wolfgang Berger (Business Reframing Institut Karlsruhe) vertritt spannende Thesen dazu und ist zu Gast bei uns!
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Erstellt von: Hagen, letzte Änderung: Sonntag, 26. Februar 2006 [15:59:52 UTC] von sh | Impressum / Copyright