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PM 2007-09-04 Basic stoppt Verkauf an Lidl

attac-muenchen.org
münchen
Themenkategorie: Attac München
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Pressemeldung von Attac München, 4.9.2007

= Übernahme von Basic durch Lidl auf öffentlichen Druck gestoppt
= Basic-Vorstand hält sich für die Zukunft weiter alle Optionen offen

Die mehrheitliche Übernahme der Basic AG durch die Lidl & Schwarz Gruppe, die zum 14. September vollzogen sein sollte, wurde vom Basic-Vorstand nach massivem öffentlichem Druck zunächst auf Eis gelegt. Der Vorstand, der jeden Verkauf der Basic-Namensaktien genehmigen muß, kündigte an, vorerst sein Veto gegen die weitere Übernahme von Anteilen durch den Discounter-Konzern einzulegen, behält für die Zukunft jedoch den Verkauf der Aktienmehrheit an Lidl & Schwarz ausdrücklich im Auge. Nach einem Bericht der SZ vom 4.9. habe sich der Basic-Vorstand zu diesem Schritt entschlossen, da, so Basic-Chef Josef Spanrunft zur SZ, "der öffentliche Druck zu groß geworden" sei. Neben Presseberichten hatte eine von Attac München und anderen organisierte Protestkampagne für große Unruhe in der Bio-Branche gesorgt.

Die Lidl & Schwarz Gruppe besitzt bereits 9 % der Aktien des zweitgrößten deutschen Bio-Einzelhändlers und kann diesen Anteil über eine Wandelanleihe bis Anfang 2008 auf 23 % steigern. Auf einer Hauptversammlung am 3.8. wurde auch den restlichen Aktionären der nicht börsennotierten Basic AG ein sechs Wochen lang gültiges Angebot zur Übernahme ihrer Unternehmensanteile durch den Discounter gemacht, der die Basic AG somit mehrheitlich in seinen Besitz bringen könnte. Gegen diese Übernahme starteten Attac München und das Münchner Sozialforum eine Protestkampagne, der sich auch andere Initiativen anschlossen. Die AktivistInnen informierten bei mehreren Aktionen vor Münchner Basic-Filialen die KundInnen und sammelten dort und online ca. 1000 Unterschriften gegen die Lidl-Beteiligung.

Der massive öffentliche Druck erzeugte auch in der Bio-Branche erhebliche Unruhe. Mehrere Produzenten und Händler haben inzwischen angekündigt, Basic nicht mehr beliefern zu wollen, darunter auch dennree, der in Deutschland marktführende Bio-Großhändler. Der Basic-Vorstand zog daraufhin die Bremse und teilte mit, weitere Aktienverkäufe an Lidl & Schwarz vorerst nicht zu genehmigen. Man wolle abwarten, "was die Zeit bringt", wird Basic-Chef Spanrunft in der SZ zitiert.

In einem Gespräch mit Attac München konkretisierte Finanzvorstand und Basic-Gründer Johann Priemeier diesen vorläufigen Stopp. Man wolle, so Priemeier, "den derzeitigen Status Quo" der Lidl-Beteiligung von bis zu 23 % vorerst belassen und zeigen, daß sich durch den Einstieg des Discounters "bei Basic nichts ändert". Die Perspektive einer Mehrheitsübernahme durch Lidl & Schwarz sei jedoch nicht vom Tisch. Nach einer gewissen Beruhigungsphase würden laut Priemeier "die Karten neu gemischt".

Attac ist jedoch überzeugt, daß die Beteiligung des Discounters am Biohändler auf Dauer negative Auswirkungen auf Erzeuger, Lieferanten, Mitarbeiter und Produkte haben wird. "Lidl steht exemplarisch für Preis-, Umwelt- und Sozialdumping", sagt Hagen Pfaff, Pressesprecher von Attac München. "Das Discounter-Prinzip 'Masse statt Qualität' ist unvereinbar mit einer nachhaltigen und ökologischen Wirtschaftsweise." Man werde die Entwicklung genau beobachten und bei Bedarf weitere Aktionen durchführen. Eine Ausdehnung der Kampagne auf andere Städte sei bereits in Vorbereitung. Auch die bestehende Minderheitsbeteiligung von Lidl am Basic ist für Attac nicht hinnehmbar. "Es bleibt dabei", so Pfaff: "Kein Lidl im Bioladen!"

Weitere Informationen: http://www.attac-muenchen.org/Basic-Lidl

Kontakt:
Hagen Pfaff, presse@attac-m.org
Tel. (089) 30 66 78 32 / 0175 780 26 90
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Erstellt von: Hagen, letzte Änderung: Dienstag, 04. September 2007 [23:20:23 UTC] von Hagen | Impressum / Copyright